Patria (Heimat)

Compagnia Finzi Pasca

Man spricht so wenig im Vergleich zu der Zeit in der man denkt. Es vergeht manchmal ein ganzer Tag ohne ein einziges Wort gesprochen zu haben. Man schaut zum Horizont, blättert in Fotoalbums und spaziert den Wänden, welche in einem tiefen inneren Monolog eingetaucht sind, entlang, man berührt sie, und das Tagebuch von diesem geduldigen Bilder-, Gefühle- und Erinnerungen-Kauen drückt sich auf eine so flüchtige Sprache aus, dass es scheint unübersetzbar zu sein.
In diesem Stück beziehen wir uns genau auf diese Sprache, indem wir den Gedanken eines Soldaten, der eine Fahne und einen Gefangenen in einem entfernten Standort an der Front überwachen muss, Wort geben. Der Soldat ist eine Frau und ein Clown zugleich, der Überwacher und Gefangene einer Geschichte, die direkt in die Augen eines privilegierten Zuschauers erzählt wird.
„Patria“ ist auf der gleichen Spur wie die vorherigen Theater Kreationen, die „nur für einen Zuschauer” gedacht sind. Es ist eine theatralische Form, die ich nachforsche, indem ich versuche die Besonderheit zu zeigen, die unsere Kunst von anderen unterscheidet und, die sich in der Möglichkeit ausdrückt, die uns gegeben ist unseren Gesprächspartner zu berühren. Zwischen dem Material, das wir verwendet haben um diese Geschichte zu erzählen, sind auch die Aufnahmen von Maria als Kind. Es sind die Klänge ihrer Erinnerungen. Diese Klänge erzählen, von der Heimat, die jeder in sich trägt.

Daniele Finzi Pasca, 1996

Rezensionen von “Patria”:

Geschichte mit schönen Einfällen. Die Schauspielerin, mit immer tragischerem Ausdruck, spielt mit dem eigenen Körper in erheiternden Verrenkungen. Sie macht vor allem lachen in dramatischen Situationen, verwandelt das absurde Leben des Soldaten (der später tödlich verwundet wird) in ein Loblied auf das Leben. Langer und herzlicher Beifall des zahlreichen Publikums und viele Vorhänge für die gute schauspielerische Leistung.

LIBERTÀ – Piacenza

Zwischen Lachen und Weinen erobert der Clown das Publikum; sein grosser Mund scheint den Gefahren zu trotzen. Er strauchelt, fällt, steht wieder auf, nichts kann ihn unterkriegen. Er fällt tausendmal, und ebensooft erhebt er sich wieder, quittiert die Schläge mit einem Lächeln, einmal, tausendmal, und noch am Ende fällt er, mit einem letzten Lächeln im Gesicht.
ULTIMAS NOTICIAS – Montevideo

Der Text ist Licht und schmerzlich, voller Traum und Leiden.
LA JUVENTUD – Montevideo

Wenn man Maria Bonznigo im Teatro Stella auf der Bühne sieht, muss man unwillkürlich an Giuliette Masina in “La Strada” von Fellini denken, die diese Schauspielerin wohl tief beeindruckt haben dürfte – und es ist wohl auch eine Spur von Charlie Chaplin dabei, vor allem in gewissen absurden Situationen, wo der Körper zum willigen Instrument wird, um die gewollte Komik zu erzielen.
LA PRENSA – Montevideo

Maria Bonzanigo beherrscht als Schauspielerin die Szene ganz hervorragend mit ausdrucksvoller Körperarbeit und Gestik.
DIARIO
POPULAR – Sao Paolo

Maria Bonzanigo ist ein ausgezeichneter Clown und agiert und spricht mit spürbarer reicher Erfahrung. Atmosphärisches Bühnenbild, spontane Musik und authentische Tonaufnahmen aus der Kindheit der Hauptdarstellerin schaffen ergreifende Momente.
COOPERAZIONE – Basel