L’Amour de loin (Liebe aus der Ferne)

ENO, VLAAMSE, COC

Vor einigen Jahren, befand ich mich im Népal, wo ich eines Morgens einen Pilger traf. Er lief schon seit zehn Jahren und er wollte um die ganze Welt reisen. Von dem Tag an als er sein Abenteuer begann, hatte er nie die Haare geschnitten. Ich fragte ihn, wann er aufhören würde zu reisen. Er antwortete: „Dann, wann mein geflochtenes Haar lange genug ist, um hinter mir herzulaufen.“
Wir sind alle auf einer Kugel geboren. Wenn wir eine lange geradlinige Reise in Angriff nehmen, werden wir uns früher oder später an der gleichen Stelle wieder finden, wo wir angefangen haben.
Als ich L’amour de loin hörte, war ich vom Fluss dieses musikalischen Stückes fasziniert. Verführerische Bilder von verlorenen Menschen die nach Liebe und nach sich selbst suchen, kamen mir sofort in den Sinn. Nur der Pilger, diese mystische Gestalt, die paradoxerweise immer in Bewegung ist, verkörpert die seltene Fähigkeit, zu wissen wie man in der Gegenwart lebt. Dann gibt es das Meer, sein ständiger Tanz, seine Bewegung und seinen Atem.

Daniele Finzi Pasca

 
L’Amour de loin (Liebe aus der Ferne)

Eine Co-Produktion der English National Opera, De Vlaamse Opera und Canadian Opera Company
Musik von Kaija Saariaho
Libretto von Amin Maalouf
Regie und Lichtdesign: Daniele Finzi Pasca
Bühnenbild: Jean Rabasse
Kostüme: Kevin Pollard
Videodesign: Roberto Vitalini für bashiba.com
Artistic Associate: Julie Hamelin
Regieassistenz: Gabriele Finzi Pasca
Assistent Lichtdesign: Alexis Bowles

Erste Darstellung in London
Orchesterdirigent: Edward Gardner

Cast
Jaufré Rudel: Philip Addis
Clémence: Rachel Harnisch
Le Pèlerin: Kathérine Rohrer